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Instagram die schöne (Schein-)Welt

Vorweg: Ich möchte niemanden persönlich angreifen. Jeder ist nicht nur seines Glückes Schmied, sondern jeder darf auch das machen was er für richtig hält.
Ich habe lange an dem Text gesessen und er ist mit Sicherheit dennoch nicht fehlerfrei. Entschuldigt dies.

Ich habe nicht nur lange überlegt wie ich diesen Beitrag anfangen soll, sondern auch ob ich ihn überhaupt verfassen und veröffentlichen soll. Ich werde mich vermutlich auf dünnem Eis bewegen da die angesprochenen Themen Kritik äußern und von vielen „Influencern“ verschwiegen werden. Ich war allerdings noch nie der Typ der gewisse Themen nicht angesprochen hat, nur weil sie nicht aus einer rosaroten Zuckerwelt stammen. Warum ich diesen Text hier verfasse beruht auf der Tatsache, dass man heutzutage wenn man Erfolg auf Instagram haben möchte, fast dazu gezwungen wird seine ganz persönlichen Prinzipien über Board zu werfen.
Bis vor einem halben Jahr ungefähr, lief ich anscheinend blauäugig durch die Welt von Instagram. Mir war zwar unterschwellig bewusst dass man Abonnenten und Likes kaufen kann, aber dass es darüber hinaus noch viel weiter geht, nein das habe ich nicht gewusst. In letzter Zeit hatte ich immer weniger Spaß an Instagram gefunden. Viele viele Faktoren haben zu dem Punkt geführt. Über einige habe ich schon gesprochen, über manch weitere möchte ich heute berichten. Instagram bzw. einige Menschen die hinter ihren Profilen stecken haben mich in letzter Zeit sehr enttäuscht. Das ist auch ein Grund weshalb ich oft „mein eigenes Dinge“ gemacht habe.
Ich bin auf keinen Fall perfekt und möchte so auch nicht erscheinen. Ich habe durchaus Fehler in meiner Instagram-Laufbahn gemacht, kann aber ehrlich sagen dass ich mich von den gleich genannten Aktionen immer fern gehalten habe.

Eines Abends saß ich mit Niklas bei mir zu Hause auf dem Sofa. Ich wollte von dem Tag ein wenig abschalten, mich berieseln lassen und schauen was es bei meinen liebsten Instagram Profilen so neues gab. Nicht sehr häufig und regelmäßig, aber immer mal wieder alle paar Tage nutze ich auch die „Abonniert“ Funktion unter dem Herzchen Icon. Ihr wisst schon –  Eure eigene Timeline wo Euch Likes und Kommentare zu euren Bildern angezeigt werden.
Unter der „Abonniert“ Funktion sieht man die Aktivitäten derer Profile, die man selbst abonniert hat. Ich staunte nicht schlecht, als ich gesehen habe welche Profile von manchen abonniert wurden. Ich sah immer mehr ausländische Namen und klickte mich durch die Profile durch.
Bis es mir zu merkwürdig vorkam und ich einen Bekannten von mir anschrieb, der eben genau auch diesen Profilen folgte und seine eigene Abonnentenanzahl in die Höhe schoss. Es handelte sich dabei vermehrt um indische und südamerikanische Profile. Ich fragte ihn direkt ob er nun zu den Profilen gehört die Abos kaufen, nur damit die Abonnentenzahl ein schöner Anblick auf dessen Profil sei. Die Antwort erschütterte mich denn ich hatte einfach keine Ahnung mit welchen Mitteln mittlerweile gearbeitet wird…
Er würde keine Abonnenten kaufen sondern sei bei einer Agentur die für ihn „alles regeln“ würde. Es wäre unter anderem alles Hashtag-basierend. Ich erhielt eine Erklärung die sich selbst widersprach. Es wäre kein Abokauf da man ein kontinuierliches Wachstum hat. Er würde ja schließlich nicht auf einen Schlag 1000, 2000 oder gar 3000 neue Abonnenten dazu bekommen. Die Abonnenten die dazu kommen würden, würden sich für die Hashtags interessieren die er benutzt. Hinzu kommt, dass er dieser Agentur die Kanäle nannte für die er sich selbst interessierte. Die Agentur würde diese Kanäle dann nämlich „bearbeiten“ (Später dazu mehr). Ich fragte ob es eine Art Follow for Follow sei. Nein das wäre es ganz klar nicht. Es sei eine Dienstleistung(!) für die er bezahlen würde. Ich hielt ihm vor, dass es trotzdem kein Prinzip sei, welches „normal“ funktionieren würde. Er würde doch nicht mit ehrlichen(!) Mitteln neue Abonnenten erhalten. Es würde erstens eine bezahlte Agentur dahinter stehen und zweitens würde der ganze Aufwand nur betrieben werden, um eine hohe Abonnentenzahl im Profil stehen zu haben. Dies führt nämlich wiederum zu „besseren“ Kooperationen bzw. Kooperationsmöglichkeiten.
Er schrieb mir, er empfindet es nicht als nett dass ich ihm unterstelle er würde Abonnenten kaufen. Seine neuen Abonnenten würden lediglich die gleiche Leidenschaft wie er teilen- eben basierend auf die Hashtags. Nachdem ich ihn darauf hin fragte ob er nun eine neue Leidenschaft für Bollywood entwickelt hätte, kamen als Antwort lachende Emojis und die Frage ob die Agentur mich mal anrufen sollte um mir die ganze Thematik zu erklären. Ich lehnte das Angebot mit folgenden Argumenten ab: Ich empfinde diese Art von Abonnenten Kauf ( Entschuldigung,- Abonnenten Generierung) erstens als unkollegial und zweitens als unehrlich nicht nur den „ehrlichen“ Abonnenten gegenüber sondern vor allen Dingen den Firmen/Kooperationspartner gegenüber. Man täuscht potenzielle „Kunden“ vor. (Was ich damit meine: Für Firma xy ist die Abonnentenzahl natürlich wichtig. Anhand dieser Zahl messen sie die potenziellen Kunden für dessen Bereich/Produkt).

Das ganze Thema beschäftigte mich tagelang! Immer mehr und mehr Profile fielen mir auf, die an einem Tag auf einmal selbst 1500 Abos folgten und am nächsten Tag waren es nur noch 300. Es wurmte mich so sehr, dass ich mich in Internet auf die Suche nach der sogenannten Agentur begab. Die fand ich zwar nicht wirklich, aber unzählige Websitess mit denen man das gleiche Ziel erwirtschaften kann. Ich war sprachlos. Mir war in keinster Weise und zu keinem Zeitpunkt zuvor bewusst, was man alles mit so einer Website beeinflussen und auch bewirken kann.
Ich war so „geschockt“ dass ich mir schwor: Davon müssen mehrere erfahren. Ich konnte mir nicht vorstellen dass jeder von Euch weiß, wie es laufen kann. Ich meldete mich tatsächlich an. Ich investierte 10€ für einen einmonatigen Testlauf. Ich wollte ganz genau berichten „wie der Hase läuft“.
Ich probierte also einen sogenannten Instagram Bot aus. Und ich kam mir ziemlich schmutzig vor! Ich trug also all meine Daten ein, machte meine Haken aus welchen Ländern meine Abonnenten kommen sollen. Welche Sprache sie sprechen sollen. Ob sie männlich oder weiblich sein sollen. In welcher Altersgruppe sie sein sollen. Welchen Kommentar „ich“ unter deren Bildern schreiben möchte. Wieviele Bilder ich liken möchte und wie vielen Profilen ich folgen möchte. Und nun das Interessanteste: Ich sollte eintragen von welchen InfluencerInnen ich deren Abonnenten gerne hätte. Es funktioniert nämlich wie folgt: Angenommen ich trage „thelifemotions“ ein,- dann geht dieser „Bot“ los und liked die Bilder der Abonnenten von Niklas durch. Sie könnten dadurch auf mein Profil aufmerksam werden und ebenfalls Likes verteilen. Oder noch besser ihr Abo dalassen.
Nach keinen 5 Stunden folgte ich 400 Profilen mehr und darunter waren kaum Profile die Ich für mich „passend“ fand. Es waren Teenager Profile, Profile aus Ländern dessen Sprache ich nicht spreche. Mein Instagram Bot hinterließ haufenweise Kuss Emojis unter Bildern für die ich mich fremd schämen würde. Ich folgte Leuten die mir direkt anzügliche Direkt Nachrichten schrieben.
Jedes Mal wenn ich mein Instagram öffnete sprangen mir fragwürdige Bilder und Profile entgegen. Meine geliebten Profile, die ich so sehr liebe und gerne verfolge verschwanden unter all den mir unbekannten Profilen denen ich aber trotzdem folgte. Das war nicht mehr „mein“ Instagram wie ich es kannte. Nun konnte ich verstehen wieso so viele BloggerInnen/InfluencerInnen einen zweiten privaten Account haben. Damit sie wenigstens mit dem noch ihre liebsten Profile sehen. Der eigentliche Account war ein reiner „Business“ Account.
Aber Hey!- Es hatte geklappt. Der Bot funktioniert. Ich hatte innerhalb ein paar Tagen einige Abonnenten mehr. Es funktioniert also tatsächlich – dieses Follow for follow.
Wisst ihr was ich besonders traurig finde? Man hinterlässt nicht wirklich ein ernst gemeintes Abo. Ich steuere dies ja nicht einmal selbst, sondern der Bot drückt auf Abonnieren.
Deshalb erhielt ich auch einige Direkt Nachrichten von Mädels die mich in ihrer Story erwähnten. Sie hatten sich so gefreut dass ich ihnen nun folge. Es tat mir unglaublich weh das zu sehen denn ich wusste, ich bleibe ihnen maximal 3 Tage als Abo erhalten und dann bin Bot-sei-Dank wieder weg und suche mir die nächsten „Opfer“. Was für eine unglaublich miese Aktion das ist. Nach der ersten Story die ich erhielt bearbeitete ich meinen Bot. Er solle keine Likes mehr verteilen, nur noch ganz wenigen folgen und generell habe ich alles herunter geschraubt was nur ging. Ich hätte ihn am liebsten ganz abbestellt. Ich verlor die komplette Kontrolle über mein eigenes Profil. Immerhin konnte ich es so einstellen, dass der Bot für seine Verhältnisse nur sehr wenig arbeitet. Und ich sage Euch, da hätte viel viel viel mehr passieren können. Man muss einfach nur mal Geld investieren und man steht von seinen zahlen ganz anders da.

Der Schriftverkehr mit meinem Bekannten hatte mich zum Nachdenken gebracht. Ich empfinde vieles mittlerweile als sehr schade und ungerecht. Es gibt so viele Influencer, Blogger, Youtuber etc. da Draußen, die ihr Geld und ihre Abonnenten mit ehrlichen Mitteln verdienen wollen. Ich spreche jetzt zwar nur von mir, denke aber das es auf viele mehr zutrifft. Seit ungefähr 6 Jahren habe ich nun mein Profil auf Instagram. Ich mache mir Gedanken zu dem was ich Hochlade, was ich vermitteln möchte, wie etwas ankommen könnte und überlege mir genau meine Aussagen. Ich für meinen Teil bemühe mich um schöne Fotos und achte darauf, dass meiner Meinung nach alles stimmig ist. Leider bin ich kein Bearbeitungsprofi und kann lange nicht mit einigen Profilen mithalten. Geschmäcker sind unterschiedlich und einigen gefällt mein Profil auch einfach nicht. Aber mir muss es gefallen und ich muss davon überzeugt sein. Wie dem auch sei…
Anfangs war Instagram ein reines Hobby ohne Verdienst. Ich verdiente damit kein Geld, mir war es egal wieviele Abonnenten ich habe. Mittlerweile kann ich zwischendurch ein bisschen Geld mit meinem Profil verdienen. Es ehrt mich ungemein, dass Firmen meinen Content nicht nur angemessen finden, nein sie vertrauen mir auch. Und nicht nur mir, sondern auch meinen Abonnenten! Es ehrt mich ungemein wenn eine Firma mit mir zusammenarbeiten möchte. Da spielt das Geld welches man erhält oft eine Nebenrolle. Wenn ich tolle Tipps weitergeben kann, Erfahrungen teilen darf etc – ich kann Euch gar nicht sagen wie viele Kooperationen ich ohne Gage eingegangen bin. (Trotzdem muss ich der Fairness auch sagen, dass es natürlich unglaublich toll ist, wenn man finanziell entlohnt wird und dafür bin ich mehr als dankbar!) Das ist aber ein ganz anderes Thema und worauf ich eigentlich hinaus möchte ist, dass mir die Abonnentenzahl nicht so wichtig ist, dass ich dafür meine ganz eigenen Prinzipien über Board werfen würde. Ich blieb mir bis heute treu und fertige bis heute keine Flatlays mit Kunstblumen und Lichterketten auf einem Schafsfell an, nur damit es beim Kunden gut ankommt. Genau wie ich mir geschworen habe, nie in meinem Leben Abonnenten zu kaufen. Ich persönlich halte das für traurig und man kommt anscheinend nicht anders weiter wenn man zu solchen Mitteln greifen muss. Der einzige Ausweg den man dann noch kennt: Abonnenten kaufen. Man muss ja schließlich sehen wo man bleibt.
Da muss ich ganz klar sagen, dafür bin ich zu stolz. Es fing „damals“ schon an, als ich mich noch mehr in der „Blogger Szene“ aufgehalten habe. Wenige (aber immerhin ein paar) Kolleginnen waren dazu bereit mir PR Kontakte/ Email Adresse zu geben. Sie baten es von sich aus an…Ich könnte die Firmen ja mal für kostenlose Produkte anschreiben. Auf keinen Fall! Ich wollte immer das die Firmen alleine von sich aus auf mich aufmerksam werden. Ich wollte das einfach nicht und schrieb deshalb keine Firmen an. Das hätte sich für mich einfach nicht richtig angefühlt. Die meisten Bloggerinnen sagten damals zu mir, ich sei dumm und würde viele Chancen wegwerfen. Ja mei…dann war das halt so, aber dafür habe ich mich in meiner Haut wohlgefühlt. Aber ich schweife total ab…

Weiter im Text: Ich beschäftigte mich mit dem ganzen Thema und ich öffnete mir selbst immer mehr und mehr die Augen.
Mir wurde bewusst das der abgebrühte Kauf von Abonnenten und Likes noch irgendwie das „harmloseste“ ist. Ja Mensch, dann zahlt man halt ein paar Euro und schwups hat man 1.000 Abonnenten/Likes mehr im Profil stehen.
Ich war ziemlich geplättet als ich folgendes erfuhr: Es gibt ganze Whats App Support Gruppen für Instagram. Wie funktioniert das? Man schließt sich dieser Gruppe an. Man muss allen anderen Profilen die in dieser Gruppe sind ebenfalls folgen. Postet man ein neues Bild auf Instagram teilt man das in der Gruppe mit und alle anderen haben dann zu kommentieren – innerhalb 24 Stunden! (Macht man das mehrmals nicht, wird man aus der Gruppe rausgeschmissen). Man muss das Bild liken und den Kommentar den man verfasst sollte mindestens 4-5 Worte lang sein. Gerne auch noch mit Emoji.
Ich hab von Leuten gehört sie zum Teil in 30 dieser Gruppen sind! Wie anstrengend ist das bitte? Nur um möglichst viele Likes und Kommentare zu erhalten? Wieso macht man das? Nennt mir einen anderen Grund außer der, damit man für Firmen interessant ist/bleibt. Für einen selbst sind diese Kommentare doch von keinerlei Bedeutung, oder irre ich mich da? Ich für meinen Teil würde mich nicht über einen dieser Kommentare freuen können – sie sind doch gar nicht „freiwillig“ entstanden und somit doch auch nicht unbedingt ernst gemeint!?
Ihr habt bestimmt schon folgende Kommentare gelesen: Oh wow tolles Bild. Amazing profile, great pic. You look so georgeous. Dein Bild gefällt mir. Cooles Bild hast du da gemacht. Super Bilder hast du immer. Das hast du toll fotografiert. Tolle Details auf dem Foto. Das sieht ja mal richtig nice aus. Sieht echt klasse aus… Ich könnte ewig so weitermachen denn ich habe gerade ein Profil vor mir liegen dessen Blogger davon in einer (oder mehreren) dieser Gruppen tätig ist und ich gehe nur die Kommentare durch die ich so, oder so ähnlich unter all den Bildern finde.

Als ich mich mit dieser ganzen Scheinwelt auseinander gesetzt habe, habe ich richtig angefangen zu recherchieren. Was kostet ein Abonnenten Kauf. Was wird einem versprochen? Wie lange bleiben die Abonnenten? WER kauft Abonnenten. Ich war erschüttert wer alles zu diesen Mitteln greift. Es sind nicht nur Influencer sondern auch teilweise Firmen! Und wieso? Weil man quasi dazu genötigt wird. Zumindest kann ich die Influencer verstehen, die mit dem Geld der bezahlten Kooperationen ihren Lebensunterhalt verdienen. So blöd es sich anhört, aber man muss schauen wo man bleibt. Ich versuchte mich in die Lage derer zu versetzen, die sich selbstständig mit Blog und Co. gemacht haben.
Dennoch enttäuscht es mich, wie mit unehrlichen Mitteln gearbeitet wird. Blogger xy nimmt 100€ in die Hand und hat im Handumdrehen 20.000 Abonnenten mehr. Viele Firmen schauen nur auf genau diese Zahlen. Viele sind geblendet von der hohen Zahl im Profil und geben eine Kooperation lieber in die Hände einer Influencerin mit 100.000 Abonnenten aber mit nur 400 Gefällt mir Angaben und 10 Kommentaren aus besagter Whats App Gruppe, anstatt an eine Influencerin mit vielleicht „nur“ 40.000 Abonnenten aber dafür mit 1.500 Gefällt mir Angaben und 80 Kommentaren. Die Influencer machen sich untereinander mit Unehrlichkeit das eigene Geschäft kaputt.

Was wird noch getan um möglichst viele Abonnenten zu erhalten? Gewinnspiele Gewinnspiele und nochmal Gewinnspiele.
Ich selbst mache hin und wieder auch welche. Dennoch sehr sehr selten und dann mit ganz anderen Bedingungen.
Möchte man bei einem Gewinnspiel von InfluencerIn xy teilnehmen muss man erst einmal 2-4 Freunde unter dem dementsprechenden Bild verlinken. Entweder ganz platt mit „Verlinke 3 Personen denen das Gewinnspiel auch gefallen könnte“ oder taktisch etwas besser: „Markiere die Person in den Kommentaren, mit der du am liebsten diesen Gewinn teilen möchtest“. Das sind aber eher noch die „sanften“ Methoden.
Viel besser und deutlich Gewinnbringender für InflencerIn xy ist es, wenn man erst einmal 10 anderen großen Profilen folgen muss, da man sich bei dem Gewinnspiel mit anderen großen Profilen zusammen getan hat.
Mein persönliches i-Tüpfelchen war allerdings als mich eine wirklich große Inflencerin (über 270.000 Abonnenten) in den Direkt Nachrichten anschrieb, ich solle doch bitte bei Ihrem Gewinnspiel mitmachen. Es würde kaum gesehen werden. Ich hab ehrlich gesagt mir nichts dabei gedacht und aus Nettigkeit einfach mal mitgemacht. Aber irgendwie blieb es in meinem Kopf und Ich schrieb darauf hin eine befreundete Bloggerin an – auch sie hatte diese Nachricht von der Person erhalten. Na so kann man es natürlich auch machen.

Instagram entwickelt sich in eine Richtung die mir nicht gefällt. Perfekt ist nicht perfekt genug, mehr Abonnenten zählt mehr! Und ich selbst habe mich dabei ertappt wie ich sagte „ich muss Bilder produzieren“. Nein, gar nichts muss ich. Es ist mein Hobby und ich teile meinen Alltag mit all den Menschen, die es interessiert. Ich möchte weiterhin – oder endlich WIEDER Bilder aus der Situation heraus posten. Ich habe mich vollkommen unter Druck gesetzt gefühlt. Ich empfinde Instagram zwischendurch als reinen Wettkampf. Ich brauche mehr Abonnenten damit ich eine höhere Gage erhalte. Ich brauche mehr Abonnenten damit ich die Kooperation erhalte. Ich muss besser und größer sein als Profil xy. Ich muss der Tatsache ins Auge sehen, dass Instagram ein Riesen großes Business geworden ist.
Eins welches mir nicht gefällt und ich mich darin bestätigt fühle, weiterhin mein Ding durchzuziehen.

Ich möchte mich weiterhin aus der Welt heraus halten in der nicht nur „betrogen“ wird was die Abonnentenzahl angeht, sondern wo auch manche Firmen um ihre PrSamples betrogen werden. Ich kann Euch gar nicht sagen wie oft ich PrSamples auf diversen „Blogger Flohmärkten“ wiedergefunden habe.
Ich erinnere mich an ein Event auf dem ein Sample verschenkt wurde welches ca. 400€ kostet. Am Tag nach dem Event war einer dieser Flohmärkte und ich sah genau das Sample für 200€ zum Verkauf. Ich für meinen Teil finde es unmöglich. Da steckt sich Influencerin xy lieber das Bargeld in die Tasche. Und sei es nur die Hälfte. Einem geschenkten Gaul….
Ich könnte noch stundenlang weiter über die wunderbare-(schein)-Welt Instagram schreiben. Was ich mir allerdings noch vom Herzen herunter schreiben möchte: Bitte versucht manche Dinge sachlich zu betrachten. Ihr braucht nicht zwingend eine Designer Handtasche um „in“ zu sein. Ihr müsst nicht mit manchen (Fashion) Blogger mithalten können. Es wird an einigen Ecken und Kanten getrickst.
Und seien es nur nicht abgeschnittene Etiketten in der Kleidung mancher Blogger, nur damit man sie wunderbar auf dem Blog vorstellen kann um so einen Affiliate Link einsetzen zu können. Anschließend nach dem Shooting werden die Kleidungsstücke nämlich wieder zurück ins Geschäft gebracht. Man erhält nicht nur sein Geld für die Kleidung zurück, nein auch die Einnahmen aus dem Blog Artikel. Schließlich hat man seine Leser glauben lassen, dass die Anziehsachen so wunderbar seien, dass man sie kaufen musste.

Ich hoffe von ganzen Herzen dass meine Worte nicht einen falschen Eindruck hinterlassen. Ich möchte noch einmal sagen, ich bin im Leben kein Engel gewesen, ich bin bei weitem nicht perfekt. Dennoch habe ich aber eben meine eigenen Werte und Prinzipien und muss ganz klar sagen: Instagram ist nicht mehr wie es einmal war. Ich möchte auch unbedingt verdeutlichen, dass ich auf keinen Fall alle Blogger, Influencer und Co. in eine Schublade stecken möchte. Bei weitem nicht. Es gibt ganz wunderbare Menschen auf dieser Plattform und ich bin dankbar dafür, sie teilweise sogar in meinem Leben haben zu dürfen. Generell halte ich Instagram für eine wunderbare Plattform, aber man sollte nie sich selbst und seine Prinzipien verlieren. Bleibt Euch treu!!

Alles Liebe,
Signatur Beautyrella

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